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6 Tipps für Wohnzimmer-Wandfarben

Ratgeber

Nicht nur die Wandfarbe ist entscheidend

Um dein Wohnzimmer gemütlich und stilvoll zu gestalten, kannst du es mit farbigen Möbeln und Accessoires einrichten oder du verleihst den Wänden mit Wandfarbe einen neuen Look. Auf diese Weise schaffst du Atmosphäre und kannst die Wirkung des Raums definieren. Den größten Effekt erzielst du hierbei, wenn du alle oder einzelne Wände farbig streichst. Weniger Mutige oder die, die sich nicht festlegen möchten, können auf Einrichtungsgegenstände und Deko in starken Farben ausweichen.

Bei der Wahl der Farben gibt es allerdings einiges zu beachten, denn insbesondere Wandfarben wirken - einmal an den Wänden angebracht - oftmals anders als auf Etiketten oder kleinen Ansichtstafeln.

Damit du nach dem Streichen nicht enttäuscht bist, hilft dir der folgende Guide die richtige Farbwahl zu treffen.

1 | Die richtige Wandfarbe für's Wohnzimmer: Das ist entscheidend

Als grundlegende Regel bestimmen vor allem zwei Faktoren, welche Farben am besten für dein Wohnzimmer in Frage kommen: 1. Handelt es sich um einen großen Raum, dürfen die Wände ruhig dunkler sein, ist es weniger geräumig oder hat Dachschrägen, wählst du lieber helle Farben. 2. Als zweiten Punkt sind die Lichtverhältnisse entscheidend: Ist dein Wohnzimmer verwöhnt von viel Sonnenlicht, kannst du die Wände - oder auch nur die eine gegenüber vom Fenster - in einer dunklen Akzentfarbe wie Petrol, Anthrazit oder Dunkelrot streichen. Ist der Raum weniger lichtdurchflutet und du möchtest deine Wände trotzdem in einer lebhaften Farbe streichen, kannst du dich für kräftige Akzentfarben wie Gelb, Azurblau oder ein strahlendes Terrakotta entscheiden.

2 | Warme und kalte Farben im Wohnzimmer

In der Farblehre wird zwischen warmen und kalten Farben unterschieden. So erhöhen Nuancen von Rot, Magenta und allen Erdfarben optisch die Raumtemperatur, während Blau, Violett und Grün dafür sorgen, dass Räume optisch um ein paar Grad kälter wirken. Letztere eignen sich insbesondere für Räume, in denen wir es gern etwas kühlen haben - wie Schlafzimmer - oder, wenn sich deine Wohnung oder dein Haus in einem sonnenverwöhnten Land befindet.

Fürs Wohnzimmer sind eher warme Farben besonders beliebt. Du kannst auch Mischfarben wählen, deren Grundton eine kalte Farbe ist, die aber mit einem bestimmten Anteil einer warmen Farbe gemixt sind, wodurch die Wirkung auf die optische Raumtemperatur neutralisiert wird. Beispiel hierfür ist Violett - eine Mischung aus Rot und Blau. Wenn du den Anteil der warmen Farbe (Rot) erhöhst, wird der finale Ton wärmer und eignet sich somit ideal für gemütliche Wohnzimmer.

Wohnzimmer-Tapeten in warmen Farben

3 | Klassische Wohnzimmerfarbe: Weiß

Weiß: das Schwarz unter den Wandfarben ist - insbesondere bei dunklen Wohnzimmern - immer eine sichere Wahl. Mit weißen Wänden bleibst du flexibel, was deine Einrichtung betrifft und setzt einen klassischen Rahmen für deine Möbel. Dabei muss es nicht 100%iges Weiß sein, das dein Wände ziert. Weiß verfügt über unglaublich viele Nuancen von Creme, über Elfenbein und Altweiß bis hin zu Cashmere und ist sehr leicht zu kombinieren, da es im Grunde mit allen Farben gut harmoniert.

So bändigt es intensive Farben und belebt weniger kräftige Töne. Zartes Apricot, Pastellgelb und Rosé wirken zusammen mit Weißtönen dynamischer, während Weiß in Kombination mit dunklem Braun, Karamell oder Anthrazit edel wirkt. Auch in Bezug auf das Interieur ist Weiß äußerst flexibel: So lässt es sich problemlos mit allen Holznuancen kombinieren und harmoniert mit heller Eiche genauso gut wie mit dunklem Nussbaum.

Wohnzimmer-Tapeten in Weiß & Creme

4. Farbkonzepte für's Wohnzimmer

Entscheidest du dich für mehr als eine Farbe, ist es sinnvoll, ein Farbkonzept aufzustellen, damit am Ende alles harmonisch wirkt. Denn die Wirkung von Farben ist nicht nur von der Beleuchtung abhängig: sie wird auch maßgeblich durch andere Farben aus der Umgebung beeinflusst. So können sich unterschiedliche Töne verstärken, ihre Wirkung mindern oder die Aufmerksamkeit des Betrachters gezielt auf ein Detail lenken.

Mit dem Konzept Ton-in-Ton wählst du eine Grundfarbe, die du mit Tönen in verschiedenen Abstufungen kombinierst. Dabei unterscheiden sich die Nuancen lediglich in ihren Anteilen an Farbpartikeln.

Du willst dein Wohnzimmer farblich ein bisschen dynamischer gestalten? Dann wähle Farben, die im Farbkreis nebeneinander liegen. Lila, Aubergine und Blau sind kräftige Farbe und ergeben zusammen eine ausgewogene Farbkombination, die harmonisch wirkt und das Ambiente intensiviert. Mit Farben, die sich im Farbkreis gegenüber liegen, schaffst du starke Kontraste, die jedoch äußerst angenehm auf uns wirken, da sie passive und aktive Empfindungen in Einklang bringen.

5 | Die perfekte Wandfarbe für kleine Wohnzimmer

Sei bei kleinen Räumen lieber vorsichtig mit dem Einsatz von zu viel Farbe - das kann bei falschen Kombinationen schnell unruhig wirken und den Raum optisch noch mehr verkleinern.

Achte dagegen darauf, dass die Wände auf jeden Fall heller sind als der Boden - das öffnet den Raum. Wenn du dich traust, streiche Heizkörper ruhig mit - das sorgt auch für eine Extraportion Ruhe. Weiteres Plus: wenn du sonst eher mittelmäßig attraktive Heizkörper farbig anmalst, schafft dies ein überraschendes Design-Element.

In Bezug auf die Farbtemperatur gilt, dass kalte Farben raumvergrößernd wirken, da sie optisch zurücktreten und weniger dominant sind. Das heißt aber nicht, dass du in deinem kleinen Wohnzimmer die Heizung höher drehen musst: Wähle einfach kalte Grundtöne mit einem entsprechenden Warmanteil - so wirkt der Raum trotz kaltem Basiston gemütlich.

Wohnzimmer-Tapeten in Grün & Blau

6 | Wandfarben-Experimente im Wohnzimmer

Anstatt deine Wohnzimmer-Wände komplett in einer Farbe zu streichen, kannst du auch ein wenig kreativ werden und mit Farben spielen. Setze zum Beispiel Kontraste, indem du die Wand hinter einem Regal oder hinter einer Kommode farbig streichst. Du kannst auch architektonische Elemente wie Säulen, Nischen und Erker in einer anderen Farbe als den Rest des Raums streichen. Das setzt Highlights und lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Bereiche.

Eine andere Möglichkeit für Kreative ist der Mix von Farben und Mustern. So kannst du beispielsweise den unteren Teil einer Wand in Streifen streichen und den oberen einfarbig in einem anderen Ton. Oder du arbeitest mit Color-Blocking und kleidest eine Wand zum Beispiel in ein warmes Gelb und eine andere in ein sattes Blau. Solche Farbkombinationen eignen sich vor allem, wenn deine Einrichtung eher minimalistisch-dezent ist, damit die Farben wirken können und nicht mit dem Stil des Interieurs konkurrieren.

Gemusterte Tapeten im Wohnzimmer

Eine ganz einfache Möglichkeit Farbe in dein Wohnzimmer zu integrieren: Decke streichen. Farbige Zimmerdecken haben wie farbige Wände einen immensen Effekt auf die Raumwirkung. Achte aber darauf, dass du in Abstimmung mit Lichtverhältnissen, Zimmergröße und Möbeln die richtige Nuance wählst, damit die Decke nicht erdrückend wirkt.

Alternativ zu Wandfarben kannst du mit farbigen, gemusterten Tapeten dieselben Effekte erzielen. Es gibt wunderschöne Motiv-Tapeten, die an einer einzelnen Wand angebracht, den Look des Wohnzimmers entscheidend beeinflussen können.